Schlagwort-Archiv: Theater

Werner Schretzmeiers Vorwort 12/16

LIEBES PUBLIKUM!
Dezember 2016: 2016 ist fast vorbei, 2017 wartet auf uns. In Deutschland wird noch deutsch gesprochen, oft mit lustig-fremdem Beiklang: Bayerisch, Kölsch, schwäbisch, türkisch, arabisch, sächsisch, französisch, südländisch, denglisch und so fort. Was ist deutsch? Das alles und noch viel mehr, bunt und vielfältig. Die Zukunftsmusik könnte so klingen, eine Komposition der sprachlichen Möglichkeiten sich auf deutsch zu verständigen oder was versteht ein Friese in Rottach-Egern? Er braucht eine Dolmetscherin mit Diplom, türkischstämmig, mit perfektem Deutsch. Alles schon Wirklichkeit! Und dem Land geht’s dabei gut. Die Aussichten für 2017 schließen sich dem an. Lebenswert.
Das Theaterhaus wird im nächsten Jahr zwei große Festivals präsentieren: vom 12.-18. April, zur Osterzeit, erstmals 7 Tage lang, die
30. Internationalen Theaterhaus-Jazztage mit einem Jubiläumsprogramm das allen Musikliebhaberinnen und –liebhabern große Freude bereiten wird. Der Vorverkauf dazu beginnt am 5. Dezember 2016. (mehr auf Seite 46) Und im Juli 2017 wird die 2. Ausgabe unseres Tanzfestivals COLOURS stattfinden. 3 Wochen lang. Ein Feuerwerk des zeitgenössischen Tanzes! Klingt anmaßend, entspricht aber den Tatsachen. Der Vorverkauf für COLOURS beginnt am 9. Dezember.
Das Dezemberprogramm beginnt am 1.12. bereits am Vormittag. „Was heißt hier Liebe?“, dieses uns seit 26 Jahren begleitende Stück des Theaters Rote Grütze, zwischenzeitlich eine Art Talisman für unser Haus, wird für alle Junggebliebenen am 29. Dezember als Abendvorstellung gezeigt. Wer also nochmals erfahren will, dass die Kinder nicht von den Bienen und dem Bestäuben kommen und einem Theaterspaß nicht abgeneigt ist, wird am 29.12. bestens versorgt.
Bitte beachten Sie unsere neue Schauspiel-Produktion „Zeit der Kannibalen“, die am 1.11. Premiere hatte und schlagartig für erregte Diskussionen sorgt. Selten erlebt, dass es so viele gibt, die diese Inszenierung entweder spannend und erfrischend finden und genau so viele, die mit Unverständnis reagieren, gepaart mit unterdrückter Aggression. Vom 2. bis 4.12. können Sie sich selbst überzeugen, wem Sie näher stehen. Auf alle Fälle lässt diese Arbeit von Janet Stornowski bisher niemand unentschieden zurück. Ein Fall für Sie, verehrtes Publikum!
Und ebenfalls gleich zu Beginn des Monats: Die traditionelle Tanzgala zugunsten der Alzheimer-Forschung, kuratiert von Eric Gauthier, dem diese beiden Galas (2. + 3.12.) eine Herzensangelegenheit sind. Die Tanzcompany des Hauses zeigt darüber hinaus Ende Dezember eine erneuerte Form ihrer Erfolgsproduktion INFINITY unter dem Titel INFINITY RELOADED. Nochmals Gauthier Dance erleben, bevor dann im Frühjahr 2017 zum 10-jährigen Bestehen von Gauthier Dance, der Tanzcompany des Theaterhauses, die Jubiläumsproduktion Big Fat Ten Premiere haben wird. Eines ist schon jetzt sicher, Funken werden sprühen – und wie!
Den 10.12. bitte ebenfalls dringend vormerken: Die Friedensgala der AnStifter unbedingt unterstützen. Nichts ist in dieser Zeit wichtiger, als friedensstiftende Projekte wie zum Beispiel diese Friedensgala, die immer auch Erinnerung ist, dass Frieden zu erhalten keine Einzelaktion ist, sondern die Summe unseres gemeinsamen Willens in Frieden miteinander zu sein, egal woher jeder einzelne von uns kommt.
Der Monat endet mit dem seit 31 Jahren stattfindenden Theaterhaus-Silvester-Programm. In allen Räumen bieten wir wieder beste Unterhaltung und starten wenige Stunden nach Ende der Silvesterparty mit dem traditionellen Neujahrskonzert mit unserer jährlichen Glücksbringerin Erika Stucky. Sie und ihre Musiker widmen sich der Musiklegende Jimi Hendrix, der 2017 seinen 75. Geburtstag feiern würde. Aber er ging zu großzügig mit seinem Leben um. Gerade deshalb: Purple Rain für Jimi, denn Prince nannte ihn sein Vorbild.
Liebes Publikum, ich wünsche Ihnen ein gutes und friedvolles Jahr 2017. Bleiben Sie uns gewogen, denn regelmäßiger Kulturgenuss ist die beste Medizin für Ihre Gesundheit. Das sagt nicht nur Ihr Arzt oder Apotheker. Das sagt die gesamte Theaterhaus-Belegschaft und freut sich auf Ihren Besuch im neuen Jahr.
Herzlichst, Ihr Werner Schretzmeier

SCHRETZMEIERS VORWORT 10//2016

LIEBES PUBLIKUM!
Ist es uns egal, dass die Anschläge auf Flüchtlingsheime immer mehr werden, dass Fremdenfeindlichkeit in der Zwischenzeit kaum mehr registriert wird, dass ganz Deutschland einen extremen Rechtsruck erlitten hat? Und nicht nur Deutschland, halb Europa ergibt sich offensichtlich den Populisten, ergibt sich dem primitiven Gerede von kriminellen Flüchtlingen, Sozialschmarotzern, ergibt sich nationalistischem Geschrei. Die politische Rhetorik der AfD entstand nicht vor drei Jahren, als die Partei gegründet wurde. Sie kommt im Nachkriegsdeutschland seit vielen Jahrzehnten ungebrochen aus Bonn, Bayern oder Berlin. Intellektuelle waren schon mal „Ratten und Schmeißfliegen“ oder „Wo Müll ist, sind Ratten, wo Verwahrlosung herrscht, ist Gesindel“. Diese Rhetorik wurde nicht von der AfD erfunden, sie hat Tradition in den deutschen Volksparteien. Stichwort Strauß oder Kohl, Seehofer oder Söder oder Sarrazin und andere aus den Volksparteien haben die Vorlage geliefert und tun es weiter. Viele haben ihre Maske abgelegt, jetzt kommt das rechte Gedankengut schon in der Mitte der Gesellschaft an. Immer mehr schimmert es im Diskurs der Politiker durch, wie nahe sie den jetzt von der AfD offiziell vertretenen Positionen stehen – bei den einen, weil sie zu lange im Bierzelt waren, bei den anderen, weil sie auch nüchtern ihre Tendenzen nicht leugnen können und zunehmend, weil es Stimmen bringen könnte. Der rechte Virus steckt schon lange in unserer Gesellschaft, diesem nachzugeben ist das Ende unserer Freiheit, wäre das Ende der Europäischen Union. Das kann kein vernünftiger Mensch wollen. Zurück in die Landesgrenzen, zurück zum nationalen Egoismus, zurück zur Gesichtskontrolle, zurück in die Denunzierung und die Intoleranz – wir halten dagegen, mit unserer Programmvielfalt, mit der Vielfalt der im Theaterhaus arbeitenden Menschen, mit der Vielfalt der im Theaterhaus auftretenden Künstlerinnen und Künstler, mit der Gewissheit, dass kulturelles Engagement die Toleranz, den Dialog miteinander und nicht gegeneinander, die Offenheit und Neugier für Neues und Ungewohntes fördert, zum positiven Erlebnis werden lässt. Letztendlich kann die Kultur deutlich machen, welche Qualität in der Vielfältigkeit von Musik, Sprache und Bewegung liegt. SCHRETZMEIERS VORWORT 10//2016 weiterlesen

Theaterhaus Schauspiel on the road: „Ich werde nicht hassen“ zu Gast im Berliner Schlosspark Theater.

Theaterhaus Schauspiel on the road:
„Ich werde nicht hassen“ zu Gast im Berliner Schlosspark Theater.

In diesem schönen Theater spielt heute Abend Mohammad-Ali Behboudi das bewegende Leben des palästinensischen Arztes Izzeldin Abuelaish. Wir wünschen eine schöne Vorstellung und schicken herzliche Grüße nach Berlin.
Morgen geht es dann weiter nach Hamburg: am 18.6. gastiert „Ich werde nicht hassen“ in den Hamburger Kammerspielen im Rahmen der 4. Privattheatertage. Als eine von vier eingeladenen Theaterproduktionen von Privattheatern in ganz Deutschland gehen wir in der Kategorie „(Zeitgenössisches) Drama“ ins Rennen um den renommierten „Monica Bleibtreu Preis“ – Daumen drücken!!

Von Papenburg nach Stuttgart – eine Praktikantin berichtet über zwei Wochen Theaterhaus satt

Als ich die Zusage vom Theaterhaus Stuttgart bekommen habe, habe ich mich so gefreut, da mich dies schon immer interessiert hat. Ich wollte mal hinter die Kulissen gucken, von der Ausstattung bis hin zur Technik und zur Organisation. Und genau das konnte ich hier im Theaterhaus. Doch ein Problem gab es noch, erlaubt die Schule das überhaupt? Ihr müsst wissen, dass ich aus Niedersachsen komme und in diesen zwei Wochen bei meiner Tante und meinem Onkel gewohnt habe. Doch dies klärte sich schnell und damit stand dem Praktikum nichts mehr im Wege.
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Am ersten Tag war ich so aufgeregt, da ich nicht wusste was auf mich zukommt, doch das legte sich sofort wieder, als meine Ansprechpartnerin Barbara mich vorne im Foyer abgeholt hat und wir in ihr Büro gegangen sind. Dort wurde ich sofort super aufgenommen und habe mich auch sofort wohl gefühlt. Besser konnte das Praktikum nicht anfangen!
In der ersten Woche durfte ich in die Ausstattung-, in die Organisation- und in die Öffentlichkeitsabteilung reinschnuppern. Am Dienstag schaute ich mir dann auch das Theaterstück ,,Was heißt hier Liebe“ an, was total lustig war. In der Pause durfte ich sogar hinter die Bühne zu den Schauspielern. Das war eines der Highlights der ersten Woche!
In der zweiten Woche fing es gleich mit einem Auf- und Abbau von zwei Stücken an, nämlich Abbau von ,,Frau Müller muss weg“ und Auffbau von ,,Tschick“, doch gerade als wir mit dem Aufbau von ,,Tschick“ fertig waren, konnten wir es wieder abbauen, da es ausfiel. Am Dienstag war ich bei einer Probe von dem Gauthier Dance Ensemble dabei, was total interessant war. Am Mittwoch war ich dann bei der Lisa und dem Markus in der Buchhaltung und am Donnerstag bei der Geli und dem Wolfgang in der Programmplanung und der Koordination. Diese beiden Sachen waren sehr interessant, da ich vieles mitbekommen habe und auch Sachen selber machen durfte. Am Freitag, der letzte Tag meines Praktikums, war ich bei Barbara im Büro und habe mich ein bisschen durchgefragt, was mit dem Thema Zukunftsperspektiven zutun hat. Dadurch habe ich viele Informationen bekommen, was man für Ausbildungen machen kann und was man auch studieren kann. Ein perfektes Ende!
Ich bin allen Leuten vom Theaterhaus für diese zwei Wochen total dankbar, aber am meisten Barbara, die mich durch diese Zeit begleitet hat, mir immer zur Seite stand und mir auch immer geholfen hat. DANKE!!!
Lena Tiemerding

TSCHICK – Die Geschichte geht weiter

Am letzten Donnerstag erschien – mehr als ein Jahr nach seinem Tod – das Romanfragment, in dem Wolfgang Herrndorf die Geschichte von Isa weiter erzählt.
Isa ist das Mädchen, das Tschick und Maik während ihres Roadtrips mit dem geklauten Lada auf den Müllbergen treffen. Tschick hält ihren Gestank nicht aus und findet, dass sie zu viel redet. Trotzdem wird Isa ein Teil ihrer Reise und sie und Maik kommen sich sogar etwas näher. Die drei versprechen einander, sich in 50 Jahren wieder auf der Müllkippe zu treffen. Dann trennen sich ihre Wege.
Jetzt erzählt Herrndorf in „Bilder deiner großen Liebe“ wie Isa sich weiter durchgeschlagen hat. Iris Radisch schreibt in der ZEIT: „Wolfgang Herrndorf hat sich in seinen letzten Lebensmonaten mit der verlorenen und wilden Isa seinen Schutzengel erschrieben.“ Diese Geschichte ist mit Sicherheit absolut lesenswert. Davor möchten wir Ihnen aber ans Herz legen, die wilde Isa, Maik und Tschick bei uns im Theaterhaus kennenzulernen und sich anzusehen, wie ihre Reise beginnt.

TSCHICK am 04.11. um 19.30 Uhr und am 05.11. um 19:45 Uhr im Theaterhaus! oder telefonisch unter 0711-4020720

SCHRETZMEIERS Vorwort April 2014

Liebes Publikum!

„Wohnen im Theaterviertel“. Ein neuer Begriff wurde erfunden und das Theaterhaus ist mittendrin.

Hinter dem Theaterhaus sollen 350 Wohnungen entstehen. Dahinter steckt eine von Investoren gegründete „Projekt Maybach Beteiligungs GmbH“ und die Firma Isin + Co. Consultants GmbH. Letztere soll für die Investoren das Bauprojekt weiterentwickeln und die Begrifflichkeit „Wohnen im Theaterviertel“ zur Marke machen. Bis dahin alles gut und schön. Bedenkt man aber, dass gleich daneben, an der Stresemannstraße, ein Wohnturm entstehen soll mit über 70 Meter Höhe, und an der Maybachstraße, auf der jetzt noch als Parkplatz benutzten Fläche, weiterer Wohnbau ab Mitte des Jahres entstehen wird, dann kann man erahnen, was für ein Riesenproblem auf das Gebiet um das Theaterhaus herum zukommen wird.

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FAMILIE FL

Soeben schickte mit Hajo Schüler, Mitbegründer und künstlerischer Leiter der FAMILIE FLÖZ, ein Bild aus der Maskenwerkstatt.
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Ihm ist aufgefallen, dass die Aufhängungen der Masken kleine Theaterhaus-Logos sind.
Nach über 10 Jahren der Zusammenarbeit von FAMILIE FLÖZ und dem Theaterhaus gibt es also immer noch neue Gemeinsamkeiten zu entdecken.
Wer nicht sowieso bereits zur, in Stuttgart mittlerweile riesigen, Fangemeinde dieser Company gehört, sollte sich die Vorstellungen Hotel Paradiso am 22.6.2013 und INFINITA   am 21.9.2013 auf keinen Fall entgehen lassen!

Schretzmeiers Vorwort 04//2013

Liebes Publikum

Bitte nicht irritiert sein, wenn das April-Editorial mit einem Hinweis auf den März beginnt. Aus aktuellem Anlass haben wir kurzfristig eine Fotoausstellung in unser Kulturangebot aufgenommen, die den programmatischen Titel „Mein Aleppo“ trägt. (Ausstellungseröffnung am 24.3., siehe S. 37) Fast täglich erreichen uns die Bilder und Nachrichten aus der umkämpften Stadt Aleppo, die mit 3 Millionen Menschen die Industrie- und Handelsmetropole Syriens ist. Die syrische Gesellschaft will sich verändern und in Aleppo manifestiert sich dies am dramatischsten. Die Ausstellung dokumentiert das Aleppo, das im Augenblick Stück für Stück zerstört wird. Die Ausstellung wird von einem hochinteressanten Theaterabend (Frühling der Freiheit, mehr auf Seite 29) und einem der wichtigsten Exil-Musiker, der in Aleppo geboren wurde, Abed Azrié, begleitet. (Mehr zu Abed Azrié auf Seite 46). Nehmen Sie die Gelegenheit wahr, diesem weltpolitischen Brennpunkt auch kulturell nahe zu kommen. Schretzmeiers Vorwort 04//2013 weiterlesen

Stuttgarter Tanz- und Theaterpeis 2013: die Nominierten stehen fest

Die Auswahl-Jury hat entschieden: Je fünf Produktionen aus den Sparten Tanz und Theater gehen kommenden April ins Rennen für das neu konzipierte Landesfestival der Freien Tanz- und Theaterszene Baden-Württemberg im Theaterhaus. Mehr als 60 Bewerbungen von über 50 Gruppen wurden eingereicht – eine Menge zu tun also für die vier Juroren, die seit dem Frühjahr 2012 in ganz Baden-Württemberg unterwegs waren und sich im Dezember 2012 in einer zweitägigen Marathon-Sitzung im Theaterhaus auf die zehn besten Wettbewerbs-Produktionen einigten – and the Nominees are: Stuttgarter Tanz- und Theaterpeis 2013: die Nominierten stehen fest weiterlesen