13.06.2011
SCHRETZMEIERS VORWORT 07//2011
LIEBES PUBLIKUM
Am 5. Mai 2011 erschien in der Stuttgarter Zeitung eine unscheinbare Meldung von dpa: „Seit mehr als 5 Monaten ist Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke gesperrt – Ende nicht absehbar. Mehrfach musste die Bahn die angekündigte Wiedereröffnung der Müngstener Brücke im Bergischen Land verschieben. Der jüngste Grund ist besonders ungewöhnlich: Die Bahn hat vergessen, das Gewicht der Passagiere zu berechnen! Im Antrag an das Eisenbahnbundesamt wurde das Leergewicht eines Zuges zugrunde gelegt. Im November 2010 hatte die Bahn die Brücke gesperrt – wegen „Sanierungsarbeiten“. Wann wieder Personenzüge über die Brücke rollen dürfen, ist offen.“ Bei so einer Meldung kommt man ins Grübeln. Und die Bedenken hören nicht auf. Am 1.6.2011 erschien in der 23. Ausgabe der Zeitschrift STERN ein von Arno Luik geschriebener Artikel mit der Überschrift „Wir können alles – außer Bahnhof“.
15.05.2011
SCHRETZMEIERS VORWORT 06//2011
LIEBES PUBLIKUM,
Heute nichts zu Stuttgart 21,
wenn es auch schwer fällt, da meine Editorials der letzten beiden Monate offenbar so interpretiert wurden, dass mir Hetze, Polemik und Gefährdung des Rechtsstaats vorgeworfen wurden. Außerdem kann man „dieser Person“ keinen Cent Steuergeld anvertrauen. Interessant ist, dass alle Menschen die sich schriftlich bzw. telefonisch zu erkennen geben – das ist grundsätzlich erst mal sehr positiv – das Argument mit dem „Missbrauch von Steuergeldern“ benutzen als ob der Empfang dieser, prinzipiell zum Schweigen verpflichtet, zum Opportunismus. Offensichtlich sind viele Leser dieses Programmheftes noch nicht ausreichend über die Tatsache informiert, dass das Theaterhaus ein Privattheater ist, das bei einem Jahresetat von 7,9 Millionen, von der Stadt mit 1,28 Millionen und dem Land mit 460.000 Euro unterstützt wird. Prozentual bedeutet dies, dass die Stadt Stuttgart 16,5% beisteuert, das Land 5,9%. Den Löwenanteil von 77,6% müssen wir selbst erwirtschaften. Dass dieser hohe Prozentsatz der Eigenerwirtschaftung den Effekt hat, dass wir jährlich ca. 3,5 Millionen an Steuern und anderen Abgaben der Executive zurück geben, zeigt überdeutlich, dass das Theaterhaus zwar 1,74 Millionen bekommt, 3,5 Millionen aber wieder zurückgibt. Ein Novum im Theaterbereich. Dies wiederum ist nur möglich, weil jährlich über 300.000 Menschen das Theaterhaus besuchen. Darunter nicht wenige die beim Thema Stuttgart 21 anders denken, wie die Theaterhaus-Verantwortlichen, nämlich das Projekt befürworten. Diese Gegensätze sind der Humus für eine lebendige Demokratie. Dafür steht das Theaterhaus seit seiner Gründung. Und diese Stadt ist mit dieser Tugend reichhaltiger, spannender und zukunftsorientierter aufgestellt, als wenn die Tugend „Klappe halten“, „Nicht-auffällig werden“ oder gar „Opportunismus“ hieße.
19.07.2010
Vorwort August/ September
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LIEBES PUBLIKUM,
Otto Teufel, der Bruder von Fritz, sagte am 15. Juli bei der Trauerfeier für seinen Bruder einen Satz, der ganz kompakt die Politik des Jahres 2010 beschreibt: „Die Armen werden ärmer, die Reichen werden reicher und unsere Enkel schickt man wieder in den Krieg.“ Die Klientenpolitik feiert fröhliche Urständ. Unter dem Deckmantel der Modernität, sollen reaktionäre Grundmuster zum gesellschaftspolitischen Alltag werden.
Das erste Halbjahr ist vorbei, die Akzeptanz für das Theaterhaus nimmt weiter zu. Nie hatten wir in den ersten 6 Monaten eines Jahres so viele Besucher: 161 940! Die Verantwortlichen des Theaterhauses danken allen und wünschen sich anlässlich des Theaterhaus-Jubiläums weiterhin Ihre Gunst, Ihre Neugier für unser reichhaltiges Programm.
Im August bieten wir Ihnen, wie jeden Sommer, eine Auswahl vergnüglicher und interessanter Veranstaltungen, wie z.B. ein Wiedersehen mit der Flamencokünstlerin Catarina Mora und deren Ensemble. Erleben Sie feurige, erstklassige Flamencotanzkunst, kombiniert mit Schauspiel und Gesang in angenehm gekühlter Atmosphäre in Halle T2 (siehe S. 26).
Noch immer begeistert von der schwungvollen fußballerischen Leistung unseres nationalen Teams bei der Fußball-WM, wird es Zeit wieder die schönen Seiten des Fußball-Alltags zu entdecken. Sicherlich gehört da der von Joe Bauer zusammengestellte Abend „Hurra, wir kicken noch!“ an vorderster Stelle dazu.
Bauer, Kolumnist der „Stuttgarter Nachrichten“ und Erfinder der erfolgreichen Veranstaltungsreihe „Flaneursalon“, ist ein leidenschaftlicher Unterstützer der „Stuttgarter Kickers“. Er präsentiert am 7. August eine wunderbare Mischung aus Musik, Comedy, Akrobatik und Joe Bauer (siehe S. 19). Interessant ist übrigens die Tatsache, dass der 7. August vor 8 Jahren ein Mittwoch war und der Tag an dem die erste Vorstellung von CAVEMAN im Theaterhaus präsentiert wurde. 8 erfolgreiche Jahre sind nun ins Land gegangen, nahezu 400 000 Besucher hat Martin Luding, der „Stuttgarter Caveman“ mit seiner Bühnenpräsenz begeistert. Jetzt im August können Sie CAVEMAN an vier Abenden erleben. Im September dito (siehe S. 21). Und seit dem 12. Juli ist Martin Luding nun Vater von 4 Kindern, da an diesem Tag sein jüngster Spross auf die Welt kam: Johann Luding. Wir gratulieren seiner Frau Christina, seiner ganzen Familie und selbstverständlich auch ihm! Jetzt bekommt sein neuestes Programm „Hi Dad! Hilfe. Endlich Papa.“ einen idealen Hintergrund.
Als formidable Entertainerin, als Juwel der Unterhaltung, hat sich die Darstellerin von „CAVEWOMAN“ erwiesen. Den Namen Heike Feist muss man sich merken. Hut ab vor dieser Energie und Präsenz. CAVEWOMAN auch im August und September (siehe S. 22).
Und das weltweit einzige Maskentheater mit eigenem Ensemble, das vom Theaterhaus als Co-Produzent unterstützt wird, die wunderbare FAMILIE FLÖZ, wird mit „Hotel Paradiso“ und „Ristorante Immortale“ zu erleben sein.
Letzteres wird in einer Neuauflage präsentiert, dargestellt von der Originalbesetzung aus dem Jahr 1998: Paco Gonzales, Björn Leese, Hajo Schüer, Ilka Vierkant und Michael Vogel. Das Theaterhaus freut sich das einzige Haus in Deutschland zu sein, das kontinuierlich die Sparte Maskentheater vorstellt (siehe S. 18, 20, 59).
Ebenfalls kontinuierlich können Sie Petra Afonin in unserem Programm erleben. Eine starke, eine erstklassige Bühnenpersönlichkeit, die mit ihrem Programm „Cellulita, die Königin der Nachtcremes“ schon seit 2 Jahren das Theaterhauspublikum begeistert. (siehe S. 27) Im programmatischen Zentrum des Monats September steht das excellente Musik-Comedy-Quintet Tango Five. Auch sie feiern in diesem Jahr ihr 25jähriges Bestehen. Bereits im ersten Theaterhaus waren viele tausend Besucher von der Qualität dieser Gruppe fasziniert. Die ultimative Tango Five-Jubiläumswoche wird vom 21. bis 26. September zu erleben sein. Gekrönt wird die Woche mit einer speziellen Geburtstagsgala am 25.9. (siehe S. 40 bis 43).
Eines darf nicht unerwähnt bleiben, da von ganz besonderer Güte: Die Produktion „King Kongo“, eine skandalöse postkoloniale Revue, als Koproduktion von FIDENA, dem Fitz-Figurentheater Stuttgart und dem Theaterhaus. Kongolesische und europäische Künstler entwickelten zusammen diese Produktion, erweitert um ehemalige kongolesische Straßenkinder, die in ihrer Heimat seit zwei Jahren mit unglaublichem Temperament als Blaskapelle Furore machen (siehe S. 28). Ein sinnliches, politisches Spektakel erwartet Sie, liebes Publikum. Es wird hochinteressant werden!!
Das sind doch großartige Aussichten.
                             Darauf freut sich mit Ihnen, Ihr Werner Schretzmeier
18.06.2010
Vorwort Juli 2010
Liebes Publikum
Wir haben Dank zu sagen. Dank an eine Person die vor wenigen Tagen gestorben ist und das Theaterhaus seit 1987 im wahrsten Sinne des Wortes „sauber “ gehalten hat. Ich verneige mich vor EVGA STOJANOVA, die all die kleinen Ferkeleien die uns allen tagtäglich passieren, stetig weggeputzt hat um am nächsten Tag das gleiche zu machen und das 365 mal im Jahr. Anfang der 90er Jahre wollte sie selbstständig werden, weg von der fest angestellten Reinigungskraft hin zur Unternehmerin. Ihre Söhne wurden ihr Rückhalt, aber Evga war weiterhin täglich im Einsatz. Nach dem Grundsatz „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ vergrößerte sie ihren Stern-Gebäude-Service.
Nachlässigkeit konnte sie nicht ausstehen und darüber hinaus war sie auch eine energische Kommunikatorin. Dass wir in 23 Jahren keine andere Reinigungsfirma beauftragen wollten, ist Ausdruck unserer großen Zufriedenheit mit der Qualität von Evgas Firma. Ihr Sohn Kiro wird weitermachen. Auch sein Level liegt hoch. Wir gedenken Evga Stojanova, dieser herzlichen, kommunikationsfreudigen und gewissenhaften Frau.
Wir gedenken auch der Autorin, Schauspielerin und Mitbegründerin des Theaterkollektivs „Rote Grütze“ Berlin, HELMA FEHRMANN, die ebenfalls vor wenigen Tagen verstorben ist. Die Theaterklassiker „Darüber spricht man nicht“, „Was heißt hier Liebe?“, „Mensch ich lieb Dich doch“ oder „Gewalt im Spiel“, hat sie mitentwickelt, geschrieben, gespielt und inszeniert. Das Theaterhaus spielt seit 20 Jahren die Produktion „Was heißt hier Liebe?“.
Immer noch und immer wieder begeistert dieses Stück junge Menschen, die allermeisten bei ihrem allerersten Theaterbesuch. Jede Vorstellung ist auch eine Verneigung vor Helma Fehrmann, sie hat dem deutschsprachigen Kinder- und Jugendtheater eine Leistung hinterlassen, die nicht hoch genug gewürdigt werden muss, schließlich haben die Stücke mit ihrer Beteiligung Mitte der 70er Jahre eine neue inhaltliche und ästhetische Form im Kinder- und Jugendtheaterbereich eingeläutet. Dieses Genre wurde plötzlich in der Öffentlichkeit wahrgenommen und begann erfolgreich zu werden. Im Manufaktur-Zelt, das 1979 für 3 Monate auf dem Stuttgarter Karlsplatz stand, spielte das Theater „Rote Grütze“ ihre Produktion „Mensch ich lieb Dich doch“ 12 Vorstellungen. 12 Mal ausverkauft. 12 Mal 850 Schüler und Schülerinnen. Und so war es in der ganzen Bundesrepublik. Freies Theater, Theater für junge Leute, politisch, fortschrittlich, witzig, erfolgreich.
Das hat Helma Fehrmann hinterlassen und dafür wird sie von uns nicht vergessen.
Aber „Lebe geht weiter“, wie es der Fußballphilosoph Dragan Stepanovic so schlicht und richtig formulierte. Innehalten und weitergehen, dieses Paradox begleitet uns tagtäglich.
Neues entsteht. Zum Beispiel am 1. Juli: CHRISTIAN SPUCK choreographiert und inszeniert Poppea//Poppea (siehe S. 16 + 17) mit dem Tanzensemble des Hauses, GAUTHIER DANCE. 4 Tänzerinnen und 4 Tänzer plus ERIC GAUTHIER werden ein weiteres Kapitel in der Erfolgsgeschichte dieser Company aufschlagen.
Ein Muss für alle Tanzinteressierten und für alle, die unser Tanzensemble kennen lernen wollen. Voller Vorfreude kann ich Ihnen diese Produktion wärmstens empfehlen.
Eine zweite Premiere, dieses Mal von der Schauspielabteilung des Theaterhauses, wird am 25. Juli stattfinden. Der Erfolgsroman „Scherbenpark “ von Alina Bronsky, für die Bühne eingerichtet von Thomas Richhardt.
(siehe S. 8 + 9) Die wunderbare LARISSA IWLEWA wird diese Uraufführung präsentieren und Ihnen eine Geschichte erzählen, die voller Lebensfreude steckt. Vor der Suchtgefahr wird ausdrücklich nicht gewarnt.
Und dann möchte ich Sie noch auf die Seiten 30 bis 33 aufmerksam machen. Da ist unser Sommerprogramm aufgeführt. Zu Ihrer Freude und Information. Auch im August brauchen Sie Theaterhausluft. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.Â
Rezeptfrei und pudelwohl grüßt herzlich,
Ihr Werner Schretzmeier
17.05.2010
Vorwort Juni 10
Liebes Publikum
Auch im Fußballmonat Juni bieten wir Ihnen glänzende künstlerische Alternativen. Aber auch eine kulturelle Einstimmung in das Ballsportereignis in Südafrika: Ernst Konarek, in seinen jungen Jahren ein gefürchteter Torjäger in Österreich, mit einem ihm angemessenen Abend „Früher waren mehr Tore“, die ultimative Lesung zur Fußball-WM. Nach Konareks Leseprogramm wissen Sie definitiv mehr über dieses weltweit verbreitete Phänomen.
Konareks Blick auf und in den Fußball, lässt selbst den härtesten Gegner dieser Sportart ins Grübeln kommen. Soll ich doch mal einen Blick auf dieses Geschehen werfen? Einfach mal ein kleines Getränk im Hof des Theaterhauses bestellen und ganz zufällig auf die Großbildfläche schauen (wir haben während der WM eine solche, man nennt es Public-Viewing) und nebenbei die Reaktionen der Fußballfans studieren, so dass man immer noch sagen kann, ich war nur wegen Studienzwecken dabei. Hin oder Her, es gibt eine weitere Vertiefung zu diesem Ereignis: Die TH-Schauspielproduktion „Schiedsrichter Fertig“, seit einem Jahr im Schauspielrepertoire und in dieser Zeit zu einer Attraktion geworden.
Nun zu den Alternativen: Am WM-Eröffnungstag mit dem Stuttgarter Onnenchor, „Virginia Woolf“ und Ernst Konarek, dieses mal mit seinem großartigen Theatersolo „Die Judenbank“. Wenn Sie noch keine Gelegenheit hatten, den Dokumentarfilm „Lisette und ihre Kinder“ anzusehen, noch einmal wird er gezeigt, am 15.6., mit anschließendem Gespräch zwischen der Regisseurin Sigrid Klausmann und der Hauptdarstellerin Lisette. Ein anrührendes, anregendes, äußerst informatives Dokument. Und einen Tag später kommen die Musikliebhaber voll auf ihre Kosten: Anlässlich seines 1. Todestages gibt es den „Tribute to Charlie Mariano“. Dieser legendäre Musiker, der so fest mit der Geschichte des Theaterhauses verbunden ist, der so viele wunderbare Konzerte im Theaterhaus spielte, der so unverwechselbare Töne in der Jazzwelt zurückließ, wird von fünf ihm sehr nahe stehenden Musikern gewürdigt. Philip Catherine und Jasper van’t Hof, die mit ihm die unvergessliche Gruppe „Pork Pie“ bildeten, oder Dieter Ilg, der mit Charlie Mariano ein großartiges und sehr erfolgreiches Duo bildete. Am 16. Juni 2009 ist Charlie Mariano gestorben, am 16. Juni 2010 wollen wir ihn in Erinnerung rufen. Am 19.6. findet die 100. Vorstellung unserer Schauspielproduktion „Die Grönholm-Methode“ statt. Eine Erfolgsgeschichte, meisterlich inszeniert von Klaus Hemmerle, ebenso meisterlich gespielt vom TH-Schauspielensemble Und es heißt von einer Schauspielproduktion Abschied nehmen: „Du bist meine Mutter“ von Joop Admiraal, diesem großartigen niederländischen Schauspieler, Autor und Regisseur, gespielt vom exzellenten Menschendarsteller Stephan Moos, seit zwei Jahrzehnten Mitglied unseres Schauspielensembles. Eine wunderbare Ausstattung und eine ebensolche Regie, runden diese Theaterproduktion ab. Am 15.6.2004 feierte „Du bist meine Mutter“ Premiere, am 23.6.2010, 6 Jahre, bzw. 125 Vorstellungen später sagen wir auf niederländisch „vaarwel“, also „Tschüss“.
Und wenn wir schon bei den Niederlanden sind, am 6. Mai hat uns der niederländische Botschafter Marnix Krop besucht. Nach einem ausführlichen Rundgang durchs Haus zeigte sich der Botschafter äußerst erstaunt über die Tatsache, dass das Haus bei einem städtischen Subventionsanteil von gerade mal 18% trotzdem so erfolgreich arbeiten kann, da ja auch zwei Ensembles (Schauspiel und Tanz) zu unterhalten sind. „Um Himmels Willen, wie machen Sie das?“ war seine Frage. Wir haben ihn aufgeklärt.
Abschließend ein Hinweis auf den 1. Juli 2010. Christian Spuck, designierter Ballettdirektor am Opernhaus Zürich, wird nach „Don Q.“ eine weitere abendfüllende Choreographie fürs Theaterhaus produzieren. Mit Eric Gauthier und der Tanzcompany wird Spucks neueste Tanzkreation Poppea//Poppea am 1.7. seine Welturaufführung feiern.
Und am 8. Juli wird eine neue Schauspielproduktion Premiere haben:
„Scherbenpark“ von Alina Bronsky. Die Theaterfassung dieses literarischen Romanerfolges stammt aus der Feder von Thomas Richhardt. Als Hauptdarstellerin wird die großartige Larissa Iwlewa zu sehen sein.
Übrigens – die Autorin Alina Bronsky wird am 22.6. im Literaturhaus Stuttgart mit „Scherbenpark“ zu hören sein.
Die Alternativen sind reichlich. Greifen Sie zu. Wir freuen uns auf Sie, liebes Publikum.
Herzlichst Ihr Werner Schretzmeier
19.04.2010
Schretzmeiers Vorwort: Mai 2010
Liebes Publikum
Die Titelseite dieses Heftes: Ein politisches und ein menschliches Symbol.

Jung trägt alt, der Sohn seinen Vater, als Last, als Dank, als Zwang oder aus purer Freude? Viele wunderbare Fragezeichen, die entschlüsselt werden, um neue, verdrängte Fragen entstehen zu lassen. Ein äußerst anregender Vorgang den Sie, liebes Publikum, vom 6. bis 8. Mai mitverfolgen können, sich als Teil dieses interessanten theatralischen Ereignisses verstehen können, verstehen sollten. Ich kann diese 3 Vorstellungen wirklich allen unseren Besucherinnen und Besucher wärmstens ans Herz legen. Selten habe ich ein derart stimmiges Theaterereignis erlebt, kurzweilig, authentisch, raffiniert, anrührend und auf beste Art und Weise äußerst einfach erzählt.
Und mittendrin unser Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Joachim Bark (auf der Titelseite von seinem Sohn Sebastian getragen). Seit 1992 steht Joachim Bark an der Spitze des Trägervereins Theaterhaus Stuttgart e.V. und hat viel dazu beigetragen, dass die 25-jährige Geschichte des Theaterhauses eine wahrhafte Erfolgsgeschichte wurde. Jetzt hat es ihn auf die Bühne verschlagen und wir registrieren erstaunt: Es macht ihm große Freude, man spürt es als Betrachter, er verfügt über ein darstellerisches Gespür (seine beiden Mit-Väter stehen ihm an nichts nach), diese 3 „Laiendarsteller“ fordern die Profis von She She Pop, eine der erfolgreichsten deutschen Theater-Performance-Gruppen der letzten Jahre, deutlich heraus und stellen mit ihrer natürlichen Präsenz dieses nachhaltige Gefühl her außergewöhnliche eineinhalb Stunden erlebt zu haben.
Die „Frankfurter Rundschau“ schrieb am 27. Februar: „Was hat man nicht schon für Quatsch gesehen zum Thema Generation, gerade im Theater… Nun zeigt die Gruppe She She Pop, wie man auch herz- und schmerzhaft zupacken kann. Man kann zum Beispiel nachfragen, nachlesen, neugierig sein. Radikaler als mit der eigenen Familie geht das nicht: Die Frauen und der eine Mann von She She Pop haben ihre Väter zur Probe gebeten, mit ihnen Shakespeares „König Lear “ gelesen und dann einen Abend entwickelt. Man spricht über die Liebe und das Unverständnis und die Abhängigkeit, man stellt die wichtigen Fragen sehr direkt, um sie dann wach in offene Kunst zu überführen!“ Das „Hamburger Abendblatt“ kommt am 9. März dieses Jahres zur Feststellung:
„She She Pop gelingt mit „Testament“ ein großer Wurf!“ Diese 3 Vorstellungen von She She Pop sind der Abschluss einer theatralischen Performancereihe namens „ONE TWO THREE“ (Siehe S. 26/27). ONE beginnt am 3.5. mit „Contain – Leben in 33m3“. Die viel versprechende Stuttgarter Künstlergruppe zenit&nadir präsentiert mit Hilfe von Bewegung, Fotografie, Geräuschen, Musik, Poesie, Sprache, Text und Video eine Episode aus der Geschichte des Theaterhauses. Ein interessanter, vielschichtiger und eng mit dem Theaterhaus verbundener Abend erwartet uns. Die Reihe wird am 5. Mai (siehe Seite 25) mit der Performancekünstlerin Ragani Haas fortgesetzt.
TWO trägt den Titel „Tä-ter-ää – Hilfestellung für Dilettanten“ und führt uns vor, wie sich einer aufführt – auch wenn er es nicht gelernt hat. Ragani Haas war Schülerin von Joan Jones, eine der großen Stars der internationalen Perfomance-Szene. Jones lehrte von 1995 bis 2000 an der Staatl. Akademie für Bildende Künste Stuttgart. Ihre Arbeit beeinflussten Richard Serra, Dan Graham, aber auch Laurie Anderson. Jones’ Projekte und Experimente schufen die Grundlage des Genres „Video-Performance“. Sie war auf der Documenta 1977, 1982 und 1987 mit Werken vertreten und lebt und arbeitet in New York.
Ragani Haas gehört zum Kreis der Künstler die von Joan Jones weltweit bei ihren Darbietungen beschäftigt werden. Wir dürfen mit Recht sehr gespannt sein, was die in Stuttgart lebende Ragani Haas aus ihrem reichhaltigen Gestaltungsarsenal präsentieren wird.
Liebes Publikum, vor einigen Tagen hat mich eine Besucherin angesprochen, wie sie dem Theaterhaus ein Geburtstagsgeschenk machen könne? Natürlich sind die häufigen Besuche schon ein tolles Geschenk, aber wenn Sie trotzdem was besonderes machen wollen, werden Sie Mitglied in einem der beiden Theaterhaus-Vereine, so meine Antwort. Sie wurde nun Mitglied im TH-Förderverein, hätte aber auch den Trägerverein mit ihrer Mitgliedschaft beglücken können. Eine bemerkenswerte Entscheidung, hilft diese doch äußerst langfristig. Darüber hinaus wird die Theaterhaus-Familie um eine Person unabhängiger, überlebensfähiger! Großartig! Zum Nachmachen unbedingt empfohlen, sagt nicht nur der amtliche „Warentest“, sagen auch alle, die schon vor Jahren diesen Schritt getan haben. Mehr darüber im Heft oder über die e-mail-Adresse: tom.schoessler@theaterhaus.com.
Sie können es sich noch überlegen, am 28.3.2011 endet das Geburtstagsjahr.
Wir warten gerne auf Sie.
Herzlichst Ihr Werner Schretzmeier
15.03.2010
Schretzmeiers Vorwort: April 2010
Liebes Publikum
Der erste Monat im Jubiläumsjahr beginnt mit den Internationalen-Theaterhaus-Jazztagen, die seit 1985 bestehen. Begann damals das erste Theaterhaus-Jazzfestival am 6.4., also sieben Tage nach Eröffnung des 1. Theaterhauses in Stuttgart-Wangen, sind wir 25 Jahre später nur noch
3 Tage vom Jubiläumstag, dem 29.3., entfernt. Das Festival hat sich in dieser Zeit zu einem der wichtigsten in Deutschland entwickelt und war von Beginn an auch immer Impulsgeber für die nationale und internationale Jazzszene. Bereits in den ersten Jahren war es für uns Verpflichtung speziell die nationalen Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker zu präsentieren, als Gegenentwurf für die damalige Ansicht, dass ein wichtiges Jazzfestival überwiegend bis komplett mit amerikanischen Musikern besetzt sein muss.
Europäische Musiker waren fast schon die Ausnahme, deutsche Musiker mussten sich immer hinten anstellen. Ein interessanter Mix, quantitativ und qualitativ, wurde noch nicht gewagt. Anders bei den Theaterhaus-Jazztagen.
Die Nachwuchsförderung wurde ab 1986 konsequent Jahr für Jahr ausgebaut.
Davon profitierte sehr stark die lokale Jazzszene. 2010, bei der 24. Auflage des Festivals ist dieser Programmstrang mit einer zusätzlichen Idee ausgestattet: Unser Plan ist zukünftig 4 bis 5 Nachwuchsmusikerinnen bzw. -musiker jährlich einen Festivalauftritt einzuräumen, so dass jeder und jede Musikinteressierte künstlerische Entwicklungen Schritt für Schritt mitverfolgen kann. Quasi eine Live-Dokumentation über künstlerische Werdegänge. ANNE CZICHOWSKY, OLIVIA TRUMMER, KATI BRIEN, BARBARA BÜRKLE und AXEL KÜHN sind die Hauptdarsteller dieser Dokumentation. Vier junge, verheißungsvolle Musikerinnen und ein Musiker am Beginn ihrer Karriere. Wo stehen sie künstlerisch im nächsten Jahr? Wir sind sicher, dass dies ein spannendes Unternehmen werden kann. Und weil ich vorhin die frühere Praxis von Festivalangeboten kritisiert habe, eine Klarstellung: Amerikanische Musiker sind nach wie vor von großer Bedeutung und teilweise stilprägend und gehören zum Angebot eines jeden guten Festivals. Die bisherigen vierundzwanzig Oster-Festivals und die 5 Jazzgipfel, die wir zwischen 1988 und 1992 veranstaltet haben, sind deutliche Belege dieser Tatsache. Ob es 1988 Miles Davis war, oder 1986 Gerry Mulligan oder Dizzy Gillespie. Ob Bobby McFerrin oder Dave Brubeck, Herbie Hancock, Dee Dee Bridgewater, Stan Getz, die Marsalis-Brothers, Chet Baker, alle, außer Sonny Rollins, haben ihre Töne dem Theaterhaus geschenkt, uns reicher gemacht. So soll es auch dieses Jahr sein. Wir präsentieren im Jubiläumsjahr eine ganze Reihe von Jubilaren (KARL BERGER, HERBERT JOOS, ACK VAN ROOYEN) und weitere erstklassige Interpreten wie das MOSCOW ART TRIO oder das RADIO.STRING.QUARTET.VIENNA. Wir freuen uns auf einen der seltenen Auftritte des WOLFGANG DAUNER TRIOS und empfehlen außerdem das Quartet von NGUYEN LÊ, den großartigen JOACHIM KÜHN mit seinen marokkanischen Musikern und sollte es um eine wortwörtliche Festival-Entdeckung gehen: Die vier jungen Engländer, die sich PORTICO QUARTET nennen, dürften dafür geradezu geschaffen sein. Und als Festival-Abschluss keine geringere als JULIETTE GRÉCO. Das sind doch richtig interessante Jazztage, überzeugen Sie sich.
Zwei Tage später, ab dem 7.4., sind dann die einmaligen Tänzerinnen der Schweizer Tanzcompagnie „FLAMENCOS EN ROUTE“ für 5 Vorstellungen unsere Gäste. Diese Compagnie zählt zu unseren langjährigsten Partnern, denn seit
1991 zeigt „Flamencos en route“ im Theaterhaus seine neuesten Kreationen.
Wie das Theaterhaus, so feiert die Compagnie 2010 ihr 25-jähriges Bestehen und stellt mit „florescencia“ ihre Jubiläumsproduktion vor. „Flamencos en route“ ist großartige Flamenco-Tanzkunst, weit über die touristischen Aspekte dieses Genres hinaus, eine tänzerische und musikalische Seltenheit, die zu veranstalten uns mit Freude erfüllt. Auch zu Ihrer Freude, liebes Publikum!
In diesem Sinne, herzlichst Ihr Werner Schretzmeier
16.02.2010
Schretzmeiers Vorwort März 2010
Liebes Publikum
Nun ist es soweit. Ein Vierteljahrhundert ist Ende März vollendet. 25 Jahre Theaterhaus! Einen Tusch darauf. Oder anders ausgedrückt: 3,9 Millionen Besucherinnen und Besucher und 16 000 Veranstaltungen später. Eine ganze Menge. Wer hätte das gedacht. Allen die dazu beigetragen haben, meinen allerbesten Dank dafür. Und speziell Ihnen, liebes Publikum. Die wunderbare Theaterhaus-Belegschaft bereitet alles in bester Weise vor, Sie, liebes Publikum, greifen in großer Zahl zu. Herz was willst Du mehr. Ach, noch weitere schöne Vorstellungen, höre ich Sie sagen.
Voilà , dieses Programmheft ist voll davon. Aber zwei Tage stechen doch heraus: Der 23. und 24. März. Und nur im Theaterhaus! Die beiden einzigen Konzerte in Deutschland. David Helfgott, dieser einzigartige, phänomenale Pianist, wird unter anderem Rachmaninoffs 3. Klavierkonzert zu Gehör bringen. Eine Sternstunde in der Theaterhausgeschichte steht bevor.
Und die nächste folgt garantiert am 5.4., der Abend mit Juliette Greco. Noch einmal kommt diese außergewöhnliche, über viele Jahrzehnte hinweg stilprägende Künstlerin zu uns. Ich erinnere mich an den 17. April 1993.
Juliette Greco kam zum ersten Mal nach Stuttgart ins Theaterhaus. Sie sagte bei der Begrüßung am Nachmittag, dass sie noch nie in einer umgebauten Fabrik ein Konzert gegeben hätte. Aber nachdem sie erfahren habe, dass im gleichen Raum Dizzy Gillespie, Dave Brubeck, Gerry Mulligan, Herbie Hancock, Bobby McFerrin oder Astor Piazolla aufgetreten sind, sei ihr klar gewesen, dass das nur richtig sein kann. Sie wurde am Abend bestätigt und kam dann immer wieder. Ein Beispiel von vielen, das auch das besondere Verhältnis vieler großer Künstler zum Theaterhaus und seinem Publikum treffend beschreibt.
Und da wir Geburtstag haben, dürfen wir uns was wünschen. An die Adresse der politisch Verantwortlichen dieser Stadt: Im Vorwort Juni 2009 schrieb ich von der Unmöglichkeit, dass es bis heute gegenüber dem Bahnhof den „Hindenburgbau“ gibt. Jener Paul von Hindenburg, der als Reichspräsident am 30.1.1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt und wenig später das „Ermächtigungsgesetz“ unterzeichnet hat, das die rechtliche Grundlage zur Errichtung der Nazi-Diktatur darstellte. Diese Symbolfigur der Demokratiefeinde hat keinen Platz in Stuttgart zu haben, weder als Ehrenbürger, seit 1933, noch als Hausbezeichnung. Eine Umbenennung muss schnellsten geschehen.
Das ist der Theaterhaus-Geburtstagswunsch. Nennt es zum Beispiel Manfred-Rommel-Haus. Dieser Mann hat Stuttgart aufs Beste repräsentiert und eine kommunalpolitische Geste in diese Richtung steht schon lange an.
Auf die nächsten 25, mit uns, mit Ihnen, liebes Publikum.
 Im Namen der Belegschaft, Ihr Werner Schretzmeier
18.01.2010
Vorwort Februar
Liebes Publikum
Jetzt steht es fest: Auch 2009 haben wir die 300 000 geschafft. Genau 300 066 Besucherinnen und Besucher haben das Theaterhaus mit ihrem Kommen beehrt. Dafür unseren herzlichsten Dank, liebes Publikum! Das deutet darauf hin, dass Ende März 2010, nach sieben Jahren im neuen Haus, uns ca. 1,9 Millionen besucht haben. Und nimmt man dann die ersten 18 Jahre im Theaterhaus in Stgt.-Wangen dazu, sind wir nach 25 Jahren bei ca. 3,9 Millionen Besucherinnen und Besucher angelangt. Eine imposante Zahl, Bestätigung unserer Arbeit, Bestätigung, dass das Theaterhaus für Stuttgart und die ganze Region, ein unverzichtbarer kultureller Ort geworden ist, der auch im 25. Jahr seines Bestehens die Menschen überzeugt und sich stetig weiterentwickelt. Read more…
15.12.2009
Vorwort Januar
Liebes Publikum,
Das neue Jahr beginnt mit einer Erinnerung. Am 1.1.2000, vor 10 Jahren, gedachten wir in der Stuttgarter Staatsoper unserem Freund, Förderer und ehrenamtlichem Theaterhaus-Geschäftsführer Hans Peter Doll, der am 27.12.1999 verstarb. In unserem Nachruf schrieben wir: „Ohne sein Wissen und seine Tat wären wir nicht das, was wir heute sind.“ Er war eine der wichtigsten Persönlichkeiten des deutschsprachigen Theaters. Allein seine Verdienste um das Stuttgarter Theaterleben sind legendär. Als Generalintendant verantwortete er die Ära um Claus Peymann und John Cranko.
Wir gedenken außerdem unserem ebenfalls vor 10 Jahren verstorbenen Kollegen Klaus B. Harms, in früheren Tagen Feuilleton-Chef der „Stuttgarter Nachrichten“, der mit seiner Veranstaltungsreihe „Küchengespräche“ einen der Höhepunkte in der Programmgeschichte des Theaterhauses fabrizierte. Im März-Programmheft des Jahres 2000 schrieb ich: „Peter Doll und Klaus B. Harms werden uns noch lange begleiten, sie haben das Innenleben des Theaterhausbetriebs noch stärker gemacht, sie haben uns durch ihre handwerkliche Kunst und ihre große Menschlichkeit Werte an die Hand gegeben, die wir nun untereinander und zum Nutzen unseres Publikums weiterentwickeln werden. Dieses Vermächtnis gibt uns so viel Energie, Fantasie und Mut, dass uns vor den kommenden sehr arbeitsreichen Ereignissen nicht bange wird. Die Erinnerung an unsere beiden verstorbenen Kollegen wird uns Flügel verleihen.“ Und sie sind uns gewachsen. Die ersten 7 Jahre im neuen Theaterhaus haben dies bewiesen. Und Sie, liebes Publikum, sind mitgeflogen. Wiederum 300 000 im Jahr 2009. Nach 2007 und 2008 das dritte Jahr auf diesem Besucherlevel. Read more…












