Schretzmeiers Vorwort//Dez. 2013

Liebes Publikum!

Momentan laufen in den Kommunen die Beratungen zu den Haushaltsplänen für 2014 und 2015. Zeit für viele Kultureinrichtungen, Bilanz zu ziehen, feststellen wo und warum die Kosten steigen und damit der existenziellen Frage nach dem „wie geht es weiter?“ nicht mehr ausweichen zu können. „Müssen wir wirklich noch über die unsicheren Lebensverhältnisse Kulturschaffender reden?“ fragte am 29.10. die „taz“. Unter der Überschrift „Das verstummte Prekariat“ gab sich die „taz“ gleich selbst die Antwort: „Aber ja, denn die Lage der Kulturschaffenden verschärft sich weiter.“ Und am Beispiel der Wohnverhältnisse vieler Kulturschaffender lesen wir:“ Die Mieten für Kulturtreibende werden immer unerschwinglicher. Verhältnisse dank denen es zu einem stetigen Austausch der Innenstadtbewohner kommen wird. Arme raus. Reiche rein. Das Kapital wird es richten. Dass sich diese Aussichten zudem nicht nur auf Berlin beschränken, muss man angesichts der jetzt schon exorbitant hohen Mieten in anderen deutschen Großstädten gar nicht mehr betonen. Und das alles verliert auch dadurch, dass es nicht wirklich neu ist, wenig von seinem Schrecken.“ Soweit die „taz“. Bestätigung finden diese Sätze auch anhand unserer eigenen Erfahrungen:
Konnte ein junger Theaterhausmitarbeiter in den 80er und 90er Jahren noch für 200 bis 250 DM ein Zimmer in Stuttgart bewohnen, sind heute 400 bis 500 Euro für ein unterdurchschnittlich unterstützt. Damit es seine Qualität erhalten kann, sollte es langfristig angemessen gefördert werden. Soweit der redaktionelle Teil der Stadt.

Die Bürgerinnen und Bürger Stuttgarts konnten ihr Votum mit kurzen Statements ergänzen: Aus vielen Dutzend positiver Meinungen möchte ich fünf zitieren: 1.) „Für das Theaterhaus zahle ich gerne meine Steuern“. 2.) „Wir werden bundesweit um diesen Solitär beneidet, pflegen wir ihn also.“ 3.) „Wenn ich mit Besuchern aus anderen Städten etwas in Stuttgart unternehmen möchte, gilt der erste Blick ins Theaterhausprogramm. Wir werden beneidet um diese wunderbare Kulturstätte. Für alle Generationen und Interessenten gibt es Angebote. Die Vielfalt im Theaterhaus darf nicht untergehen.“ 4.) „Ohne das Theaterhaus wird’s in Stuttgart öde. Hier kann die Stadt mit – im Verhältnis der Wirkung – wenig Geld überaus viel erreichen, für ihre Bürger und für ihr eigenes Image.“ Und 5.) sei Marga Pfeifle zitiert, die am 21.3.13 schrieb: „Ich schließe mich allen bisherigen Kommentaren an.“

Jetzt bleibt uns nur die Hoffnung, dass diese Zuneigung der Stuttgarter Bürgerschaft auch von den Bürgervertretern , sprich Stadträte und Stadträtinnen, geteilt wird. Mitte Dezember, wenn die Haushaltsberatungen zu Ende sind, wissen wir mehr. Wir befürchten, dass die finanzielle Aufstockung zu knapp ausfallen wird. Aber noch wird gesungen, die Kirche ist noch nicht aus.

Auf Wiedersehen im Theaterhaus. Feiern Sie mit uns Silvester. Sie sind damit ein glücklicher Mensch für das ganze Jahr 2014

Herzlichst, Ihr Werner Schretzmeier