15.04.2012
Schretzmeiers Vorwort 05//2012
Liebes Publikum
Es ist immer wieder schön, wenn Menschen zufrieden und glücklich aus einer Vorstellung kommen. Momentan spüren wir dies besonders bei „Der Gott des Gemetzels“. Schön auch, dass die Besucherinnen und Besucher wohl kräftig Werbung für das Stück betreiben, der große Zuspruch ist dafür ein deutliches Indiz.
Warm ums Herz wurde es uns auch während der Oster-Tage. Über 4000 Besucherinnen und Besucher bei den 26. Internationalen Theaterhaus-Jazztagen. Gegenüber den letzten beiden Festivals ein kräftiger Zuwachs und Motivation diese wunderbare musikalische Spielart weiter zu pflegen. Dass eines der beiden Abschlusskonzerte dann so unglücklich verlief, die Gruppe traf mit einer 90-minütigen Verspätung ein und spielte dann einen recht kurzen Set, bitten wir auf diesem Wege zu entschuldigen. Wir werden in der Zukunft noch striktere Vertragsformulierungen abfassen müssen, damit Vorfälle dieser Art nicht mehr vorkommen.
Im Wonnemonat Mai – für das Veranstaltungs-Gewerbe immer ein kritischer Monat – präsentieren wir die Weltpremiere der neuen Produktion unseres künstlerischen Partners Familie Flöz. „Garage D’Or“ verspricht ein neues, großes Kapitel in der Erfolgsgeschichte von Familie Flöz zu werden. Bemerkenswert an dieser Company ist, dass sie das einzige Maskentheater der Welt sind, die mit zwei festen Ensembles rund um den Globus tätig sind und weiterhin im Theaterhaus alle ihre Produktionen kontinuierlich anbieten. Auch hier ist die Zuneigung von einem stetig wachsenden Publikum der Schlüssel zu diesem Theaterwunder. Mehr über Garage D’Or auf Seite 19.
Gespannt sind wir auf die Verleihung des „Preises der Literaturhäuser 2012“ an den Schriftsteller Feridun Zaimoglu. Das Stuttgarter Literaturhaus ist mit dieser Veranstaltung erstmals zu Gast im Theaterhaus und lässt hoffen, dass diese Zusammenarbeit in der Zukunft noch weiter ausgebaut wird. Wir freuen uns auf den 22. Mai, wir freuen uns auf die Kollegen des Literaturhauses. Die Dramaturgie des Abends liegt in den Händen von Thomas Richhardt, der im Theaterhaus mit seinen dramaturgischen Arbeiten wie „Scherbenpark“, Schiedsrichter Fertig“ oder „Die zwölf Geschworenen“ bereits deutliche Beweise seines Könnens gezeigt hat.
In diesem Monat präsentieren wir Ihnen darüber hinaus einige hochinteressante Musikereignisse. Am 1. Mai ist dies Rudresh Mahanthappa und Nguyên Lê oder am 5. des Monats Giora Feidman. Weiter geht es mit dem Raul Jaurena Trio (am 8.5.) und am 10. Mai mit Vusi Mahlasela, der „Stimme Südafrikas“, wie die vielen überschwänglichen Kritiken der intern. Presse unisono bestätigen.
Und dann gibt es am 18.5. für manchen Stuttgarter ein Wiedersehen mit Jasmin Tabatabai, die vor vielen Jahren ihre musikalischen Anfänge in Stuttgarts Clubszene erlebte und darüber hinaus an der Hochschule ihre Schauspielausbildung absolvierte. Zwischenzeitlich ist sie im deutschen Film eine feste Größe. Das Pendant bildet der Schauspieler und Sänger Jan Josef Liefers, der am 26.5. zu sehen und zu hören ist. Liebes Publikum, Sie sehen, im Mai wird nicht gekleckert, im Gegenteil.
Viel ist geboten, die Auswahl reichhaltig und erstklassig, da fehlt nur noch unsere Tanz-Company. Die wird mit drei Vorstellungen der preisgekrönten Produktion Poppea//Poppea bestens vertreten sein und wird Anfang Juni gleich mit vier Vorstellungen von „Lucky Seven“ der großen Nachfrage nachkommen.
Abschließend möchte ich auf einen Artikel im Stuttgarter Amtsblatt vom 29.3.2012 hinweisen. Da schreibt die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen: „Viele Bürgerinnen und Bürger haben sich bei der Volksabstimmung auf die Versprechen zu Stuttgart 21 verlassen. Nur wenige Monate später rückt sich das Bild vom Zukunftsprojekt für die Schiene zurecht, denn es fehlen 78 Millionen Euro für den Schienennahverkehr im Land. Es droht der Rückbau des nachhaltigen Verkehrsmittels“… … „Um einen Kahlschlag beim Regionalverkehr zu vermeiden, wird dem Land nun nichts anderes übrig bleiben, als die Löcher mit allgemeinen Haushaltsmitteln zu stopfen. Spätestens dann tritt ein, was die Befürworter-Phalanx ebenfalls immer geleugnet hat: Stuttgart 21 verschlingt auch dringend benötigte Mittel für Bildung, Soziales und Kultur.“
Wir werden weiterhin die Sachlage kritisch beobachten und nicht still sein. Wir sind davon Betroffene, genau wie viele von Ihnen, liebes Publikum. Herzlichst, Ihr Werner Schretzmeier












