16.02.2010
Schretzmeiers Vorwort März 2010
Liebes Publikum
Nun ist es soweit. Ein Vierteljahrhundert ist Ende März vollendet. 25 Jahre Theaterhaus! Einen Tusch darauf. Oder anders ausgedrückt: 3,9 Millionen Besucherinnen und Besucher und 16 000 Veranstaltungen später. Eine ganze Menge. Wer hätte das gedacht. Allen die dazu beigetragen haben, meinen allerbesten Dank dafür. Und speziell Ihnen, liebes Publikum. Die wunderbare Theaterhaus-Belegschaft bereitet alles in bester Weise vor, Sie, liebes Publikum, greifen in großer Zahl zu. Herz was willst Du mehr. Ach, noch weitere schöne Vorstellungen, höre ich Sie sagen.
Voilà, dieses Programmheft ist voll davon. Aber zwei Tage stechen doch heraus: Der 23. und 24. März. Und nur im Theaterhaus! Die beiden einzigen Konzerte in Deutschland. David Helfgott, dieser einzigartige, phänomenale Pianist, wird unter anderem Rachmaninoffs 3. Klavierkonzert zu Gehör bringen. Eine Sternstunde in der Theaterhausgeschichte steht bevor.
Und die nächste folgt garantiert am 5.4., der Abend mit Juliette Greco. Noch einmal kommt diese außergewöhnliche, über viele Jahrzehnte hinweg stilprägende Künstlerin zu uns. Ich erinnere mich an den 17. April 1993.
Juliette Greco kam zum ersten Mal nach Stuttgart ins Theaterhaus. Sie sagte bei der Begrüßung am Nachmittag, dass sie noch nie in einer umgebauten Fabrik ein Konzert gegeben hätte. Aber nachdem sie erfahren habe, dass im gleichen Raum Dizzy Gillespie, Dave Brubeck, Gerry Mulligan, Herbie Hancock, Bobby McFerrin oder Astor Piazolla aufgetreten sind, sei ihr klar gewesen, dass das nur richtig sein kann. Sie wurde am Abend bestätigt und kam dann immer wieder. Ein Beispiel von vielen, das auch das besondere Verhältnis vieler großer Künstler zum Theaterhaus und seinem Publikum treffend beschreibt.
Und da wir Geburtstag haben, dürfen wir uns was wünschen. An die Adresse der politisch Verantwortlichen dieser Stadt: Im Vorwort Juni 2009 schrieb ich von der Unmöglichkeit, dass es bis heute gegenüber dem Bahnhof den „Hindenburgbau“ gibt. Jener Paul von Hindenburg, der als Reichspräsident am 30.1.1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt und wenig später das „Ermächtigungsgesetz“ unterzeichnet hat, das die rechtliche Grundlage zur Errichtung der Nazi-Diktatur darstellte. Diese Symbolfigur der Demokratiefeinde hat keinen Platz in Stuttgart zu haben, weder als Ehrenbürger, seit 1933, noch als Hausbezeichnung. Eine Umbenennung muss schnellsten geschehen.
Das ist der Theaterhaus-Geburtstagswunsch. Nennt es zum Beispiel Manfred-Rommel-Haus. Dieser Mann hat Stuttgart aufs Beste repräsentiert und eine kommunalpolitische Geste in diese Richtung steht schon lange an.
Auf die nächsten 25, mit uns, mit Ihnen, liebes Publikum.
Im Namen der Belegschaft, Ihr Werner Schretzmeier












