18.01.2010
Vorwort Februar
Liebes Publikum
Jetzt steht es fest: Auch 2009 haben wir die 300 000 geschafft. Genau 300 066 Besucherinnen und Besucher haben das Theaterhaus mit ihrem Kommen beehrt. Dafür unseren herzlichsten Dank, liebes Publikum! Das deutet darauf hin, dass Ende März 2010, nach sieben Jahren im neuen Haus, uns ca. 1,9 Millionen besucht haben. Und nimmt man dann die ersten 18 Jahre im Theaterhaus in Stgt.-Wangen dazu, sind wir nach 25 Jahren bei ca. 3,9 Millionen Besucherinnen und Besucher angelangt. Eine imposante Zahl, Bestätigung unserer Arbeit, Bestätigung, dass das Theaterhaus für Stuttgart und die ganze Region, ein unverzichtbarer kultureller Ort geworden ist, der auch im 25. Jahr seines Bestehens die Menschen überzeugt und sich stetig weiterentwickelt. Der Hinweis auf dieses Jubiläum befindet sich auf Seite 47.
Die in den letzten Monaten so heftig geführte Diskussion um die städtischen Kürzungen im Kulturetat ist vorübergehend ruhiger geworden. Die Organisatoren der Demonstration und Kundgebung unter dem Titel ARTPARADE, die alle Kulturschaffende dieser Stadt vereint hat, haben großartige Arbeit geleistet und sollten auch Wochen danach nochmals mit einem kräftigen Kompliment bedacht werden. Die Mühen des Berges sind zwar hinter den Kultureinrichtungen, nun warten die Mühen der Ebene. Bert Brechts wohlbekannte Feststellung ergibt aber nur Sinn, wenn „die Ebene“ kein spurloses Verschwinden am Horizont bedeutet. Die Aufgabe aller wird es sein, die nächsten Monate mit weiteren Aktivitäten und Ideen zu gestalten, den Stellenwert der kreativen Einrichtungen dieser Stadt weiter ins Bewusstsein der hier lebenden Menschen zu rücken, die enorme Ausstrahlungskraft kultureller Vielfalt stetig wach zu halten. Die bürgermeisterliche Unterstützung all dieser Tatbestände wird gering sein, da aus diesem Ressort bereits eine weitere Kürzung der kulturellen Gelder angekündigt ist. Gerade deshalb ist diese Situation zum Innehalten zu gefährlich. Das Theaterhaus wird sich mitbemühen, dass die Diskussion wieder Fahrt aufnimmt.
Ein praktischer Beitrag in diesem ganzen Komplex wird von uns bereits
geleistet: Die auch von Kürzungen arg gebeutelte „Akademie für gesprochenes Wort“ wird zukünftig vom Theaterhaus innerhalb einer Kooperation unterstützt. Zwar sind unsere finanziellen Spielräume in diesem Jahr sehr gering, doch so lange man noch einige Zentimeter von der Wand weg ist, sollte man anderen, die diesen Abstand nicht mehr haben, helfend unter die Arme greifen.
Solidarität darf keine Worthülse sein. Am 6.2. wird diese Kooperation ein weiteres Mal (nach bereits zwei erfolgreichen Veranstaltungen im Dezember und Januar) mit einem exquisiten Theaterabend fortgeführt. „Babettes Fest “ von Tania Blixen (siehe S. 24) in der Inszenierung von Vera Sturm, ja die Vera Sturm aus den stürmischen Tagen der Stuttgarter Peymann-Zeit, als sie mit Hermann Beil und Uwe Jens Jensen, das erfolgreiche Dramaturgie-Dreieck des Staatstheaters bildete. Eine außergewöhnliche Inszenierung erwartet Sie, liebes Publikum.
Zwei Tage später, am 8.2., sollten Sie sich nicht den Dokumentarfilm „Lisette und ihre Kinder“ (siehe S. 33) entgehen lassen. In Anwesenheit der Regisseurin Sigrid Klausmann (genau, die Ehefrau von Walter Sittler) und der Hauptdarstellerin Lisette wird dieser erfolgreiche und außergewöhnliche Dokumentarfilm im Theaterhaus gezeigt. Der Filmkritiker der Stuttgarter Nachrichten Bernd Haasis, sagt über den Film: „Lisette zeigt jenseits pädagogischer Trends, was Eltern und Erzieher unbedingt wissen sollten“.
Und dann sind noch drei Premieren im Februar-Programm: „Die Zoogeschichte “ von Edward Albee, dem Autor von „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ wird von einer neuen freien Theatercompany namens SPIELER.theater.stuttgart am 13.2. Premiere feiern. (siehe S. 23). Am 18.2. wird das Comedy-Trio „Eure Mütter“ seine neue Produktion vorstellen (siehe S.27).
Liebes Publikum, die Karten für alle Termine dieser neuen Produktion werden äußerst knapp. Ihr Interesse vorausgesetzt, eine schnelle Entscheidung ist dringend zu empfehlen! Die dritte Premiere findet am 20.2. statt. Petra Afonin, die mit ihrem Kabarett-Abend „Cellulita – Die Königin der Nachtcremes“ seit Monaten im Theaterhaus ausverkauft ist, wird ihre neue Produktion „Ich bin das noch “ vorstellen. Ein Theater/Chanson-Abend zum Thema Demenz, das das Abschiednehmen vom Gewohnten und das Jasagen zum Jetzt, äußerst sensibel, humorvoll und informativ auf die Bühne bringt. (siehe S. 25).
Sie sehen, eine Menge interessanter Programmangebote warten auf Sie. Sie sind herzlichst eingeladen.
Ihr Werner Schretzmeier












